Wissen und Orientierung
Warum unverarbeitete Kindheitserfahrungen im Erwachsenenalter zu mentalen Problemen führen können
Vieles, was im Erwachsenenalter belastet, hat seinen Ursprung oft Jahre früher. Warum das so ist, und was dagegen hilft.
Viele Erwachsene suchen aus einem diffusen Gefühl heraus Unterstützung: Unsicherheit in Beziehungen, ein geringes Selbstwertgefühl, soziale Ängste oder eine ständige innere Anspannung, ohne dass ein aktueller Auslöser klar erkennbar ist.
Häufig liegt die eigentliche Ursache Jahre zurück: in Erfahrungen aus Kindheit und Jugend, die nie wirklich verarbeitet wurden. Mobbing, Ausgrenzung oder das Gefühl, wegen des eigenen Aussehens anders zu sein, etwa bei einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, hinterlassen Spuren, die im Moment selbst oft verdrängt werden, weil man als Kind oder Jugendlicher kaum eine andere Wahl hat, als zu funktionieren.
Diese Erfahrungen verschwinden dadurch nicht, sie verlagern sich. Im Erwachsenenalter tauchen sie dann oft in anderer Form wieder auf: als übermäßige Sorge um die Meinung anderer, als Vermeidung sozialer Situationen oder als ein Selbstbild, das trotz äußerer Erfolge brüchig bleibt.
Der erste Schritt ist häufig, diesen Zusammenhang überhaupt zu erkennen: dass das, was heute belastet, mit dem zusammenhängt, was früher erlebt wurde. Danach geht es darum, einen neuen Umgang mit diesen Erfahrungen zu finden, nicht, um sie ungeschehen zu machen, sondern damit sie nicht länger unbewusst den Alltag bestimmen.
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