Wissen und Orientierung

Selbstwert nach Operationen stärken

Medizinisch ist eine Behandlung oft erfolgreich abgeschlossen. Psychisch bleibt häufig mehr zurück, als auf den ersten Blick sichtbar ist.

Wer wiederholt operiert wurde, etwa im Rahmen einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, verbindet mit dem eigenen Körper oft eine lange Geschichte: Eingriffe, Wartezeiten, Ergebnisse, die bewertet wurden, manchmal von Ärzten, manchmal von Mitschülern oder Fremden.

Diese Geschichte prägt, wie man sich selbst sieht. Selbst wenn eine Behandlung medizinisch erfolgreich verlaufen ist, bleibt häufig ein Gefühl zurück, nie ganz „fertig“ oder „richtig“ zu sein. Das eigene Gesicht oder der eigene Körper wird zu einem Ort, an dem man sich unsicher fühlt, unabhängig davon, was andere tatsächlich wahrnehmen.

Den Selbstwert nach Operationen zu stärken bedeutet deshalb nicht, ein weiteres kosmetisches Ergebnis zu erreichen, sondern einen neuen inneren Bezug zum eigenen Körper zu finden. Dazu gehört, die eigene Geschichte anzuerkennen, statt sie zu verdrängen, und zu lernen, den eigenen Wert nicht länger vom Aussehen abhängig zu machen.

Das gelingt selten allein. Ein Ort, an dem offen über Unsicherheit, Scham oder den Wunsch nach Normalität gesprochen werden kann, ohne Bewertung, ist oft der erste wichtige Schritt.

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